23.03.2015
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Bundesverband
Studienpreis 2015 des Deutschen Verbandes für Physiotherapie verliehen an Corinna Sievers
Im Rahmen des DRG-Symposiums auf der therapie Leipzig erhielt Corinna Sievers am 19. März 2015 den Studienpreis 2015 des Verbandes für ihre Bachelorarbeit mit dem Titel: Muskuloskelettale Dysfunktionen bei Sängerinnen mit Stimmstörungen.
Die Laudatio hielt Frauke Mecher (Vertreterin des Wissenschaftsrates), die sodann gemeinsam mit Andrea Rädlein und Stefanie Fimm (Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Physiotherapie) Corinna Sievers den Preis überreichte.
In ihrer Bachelorarbeit untersuchte Corinna Sievers die motorische Kontrolle der zerviko-orofazialen Region (ZOF) anhand spezieller Bewegungskontrolltests bei professionellen Sängerinnen mit Stimmstörungen. Lesen Sie hier die Zusammenfassung der prämierten Arbeit.
Der Ergebnisse des CCFT stehen nicht mit den Ergebnissen des SVHI im Zusammenhang (r=-0,163; p=0,481). Schlussfolgerung: Es konnten einzelne Haltungsparameter identifiziert werden, die innerhalb der Stichprobe bei Sängerinnen mit Stimmstörungen signifikant häufiger mit schlecht bewertet wurden. Der SVHI als alleiniges Messinstrument zur Beurteilung von muskulär bedingten Stimmstörungen stellte sich als bedingt geeignet heraus. Schlüsselwörter: Haltungskontrolle, Bewegungskontrolle, Stimmstörung, Stimme, Sängerinnen, muskuloskelettal, Kraniozervikaler Flexionstest, Bewegungskontrolltests
Zusammenfassung der Bachelorarbeit von Corinna Sievers
Hintergrund: Musiker leiden aufgrund von Überlastung häufig an Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems. Insbesondere Sänger weisen eine hohe Beanspruchung der Stimme und der an der Stimmbildung beteiligten Strukturen auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Funktionelle Dysphonien sind muskulär bedingt und äußern sich zumeist in Heiserkeit. Dieses stellt eine physiotherapeutische Behandlungsindikation dar. Zielsetzung: Ziel der Querschnittstudie war es, Auffälligkeiten in der motorischen Kontrolle bei Sängerinnen mit Stimmstörungen zu identifizieren und deren Einfluss auf die Stimme zu untersuchen. Methode: 21 professionelle Sängerinnen mit Stimmstörungen unterschiedlicher Ausprägungen (SVHI Score>17) wurden in ihrer motorischen Kontrolle untersucht. Dabei wurde die Stimmstörung anhand des Singing Voice Handicap Index (SVHI) gemessen und die motorische Kontrolle sowie bestimmte Haltungsparameter durch spezielle Bewegungskontrolltests der zerviko-orofazialen Region untersucht und beurteilt. Zusätzlich wurde der Kraniozervikale Flexionstest (CCFT) angewandt, der die Koordination und Ausdauerfähigkeit der kurzen Nackenflexoren misst. Ergebnisse: Die Sängerinnen zeigten insbesondere bei der Laterotrusion der Mandibula eine schlechte motorische Kontrolle (p=0,001). Zwischen der Prävalenz von Heiserkeit nach dem Singen und einer schlechten Stabilisationsfähigkeit der Mandibula konnte ein signifikanter Zusammenhang (p=0,012) festgestellt werden.Der Ergebnisse des CCFT stehen nicht mit den Ergebnissen des SVHI im Zusammenhang (r=-0,163; p=0,481). Schlussfolgerung: Es konnten einzelne Haltungsparameter identifiziert werden, die innerhalb der Stichprobe bei Sängerinnen mit Stimmstörungen signifikant häufiger mit schlecht bewertet wurden. Der SVHI als alleiniges Messinstrument zur Beurteilung von muskulär bedingten Stimmstörungen stellte sich als bedingt geeignet heraus. Schlüsselwörter: Haltungskontrolle, Bewegungskontrolle, Stimmstörung, Stimme, Sängerinnen, muskuloskelettal, Kraniozervikaler Flexionstest, Bewegungskontrolltests