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06.10.2021 – Bundesverband

Positionspapier zur Krankenhausfinanzierung stellt konkrete Forderungen an die Politik: Versorgungsqualität steigern und Finanzierungsmodell anpassen!

Gesundheits- und Therapieberufe sind im stationären Bereich meist nicht erlösrelevant für die Kliniken. Deshalb spielen ihre Potenziale bei der Klinikorganisation noch immer eine untergeordnete Rolle. Wer eine bessere Versorgungsqualität will, muss daran etwas ändern!

Denn: Bei einer zielorientierten und effektiven Versorgung der Patientinnen und Patienten spielen die Gesundheits- und Therapieberufe eine zentrale Rolle. Ihre qualifizierte Tätigkeit kann nicht von anderem medizinischen oder pflegerischen Personal geleistet werden.
In der Physiotherapie stellt sich das Problem ähnlich dar wie in der Ergotherapie und Logopädie. Dringend therapeutisch notwendige Maßnahmen sind bei vielen Diagnosen im Fallpauschalen-System unzureichend oder gar nicht abgebildet und damit nicht finanzierbar.
Das DRG-System zur Finanzierung der stationären Versorgung setzt massive Fehlanreize. Vor der Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns gerät die Versorgungsqualität dabei immer weiter aus dem Blick.

Es ist nicht gelungen, im aktuellen DRG-System ausreichend starke Anreize für Qualität zu schaffen. Das muss sich aus Sicht der Verfasser des Positionspapiers zur aktuellen Krankenhausfinanzierung schnell ändern.

Eine Finanzierung der patientenorientierten Versorgung sollte auf Grundlage der tatsächlichen Kosten erfolgen. Die Versorgung sollte transsektoral von der Akutversorgung, über die Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge gedacht werden – qualitativ und ökonomisch. Denn: Die reale Abschaffung von Berufsgruppen und Leistungen, die nicht in erster Linie zu einem höheren Erlös innerhalb eines Behandlungsfalles führen, sorgt für eine Verschiebung der Kosten in andere Sektoren beziehungsweise zu einer Erhöhung dieser Kosten im Gesamtsystem der gesundheitlichen Versorgung. Hinzu kommt, dass Chancen bei der Genesung der Patienten verpasst werden: Eine frühzeitige und intensive Therapie in der Akutversorgung trägt zu einem besseren Behandlungsergebnis insgesamt, einer früheren Rückkehr in den Beruf oder weniger Hilfsmittel- und Unterstützungsbedarfe bei.

Forderungen für eine sichere und nachhaltige stationäre Patientenversorgung:

  • Eine grundlegende Revision des Krankenhausfinanzierungssystems und Beteiligung der Berufsgruppen an dessen Gestaltung.
  • Ein Selbstkostendeckungsprinzip, das eine bedarfsgerechte Krankenhausversorgung sichert.
  • Die Berücksichtigung aller Berufsgruppen und deren Beteiligung an einer komplexen Versorgung im Sinne der Qualitätssicherung, der Sicherung der fachlichen Expertise sowie der leitliniengerechten Versorgung der Patientinnen und Patienten.
  • Sachgerechte und nachvollziehbare Instrumente der Personalbemessung für alle Berufsgruppen und Einbringung der therapeutischen Expertise in diesen Prozess.
  • Rahmenbedingungen für leitliniengerechte und evidenzbasierte Versorgung.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie ist Mitverfasser dieser Forderungen und Ansprechpartner von mehr als 30.000 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im stationären Bereich sowie in Reha-Kliniken. "Unsere Forderungen machen die erforderliche Neuausrichtung der Krankenhausfinanzierung deutlich. Die Politik muss jetzt die Weichen für eine finanzierbare und an der Versorgungsqualität ausgerichteten Versorgung im stationären Bereich stellen", betont Ursula Cüppers-Böhle, Geschäftsführerin des Deutschen Verbandes für Physiotherapie.

Über die Verfasser

Die Verfasser dieses Positionspapiers fokussieren sich auf die Bedürfnisse der Gesundheitsfachberufe im stationären Bereich. Sie stehen für eine angemessene Berücksichtigung der Interessen ihrer Berufsangehörigen in Politik und Praxis, für adäquate Vergütung, Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen sowie für eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität in Leistungserbringung, Aus- und Weiterbildung. Die beteiligten Verbände sind alle Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft Medizinalfachberufe (AG MFA):

  • Berufsverband Orthoptik Deutschland (BOD) e.V.
  • Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl) e. V.
  • Deutscher Hebammen Verband (DHV) e.V.
  • Deutscher Verband für Ergotherapie (DVE) e.V.
  • Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) e.V.

Haben Sie Fragen zu den genannten Forderungen oder Interesse an Themen, die den stationären Bereich betreffen? Dann schreiben Sie gerne eine E-Mail an info(at)physio-deutschland.de.